Mission Possible – Audi Nuvolari
In 405 Tagen hat Audi das Undenkbare geschafft und in dieser kurzen Zeit einen Supersportwagen auf die Straße gestellt. German Autobahn Speed. Das von Massimo Frascella und Gernot Döllner beschworene Prinzip der Klarheit greift tief in die Audi-Strukturen ein – alles wurde intern neu gedacht, neu organisiert und optimal aufgestellt. Gernot Döllner beschreibt den Prozess als: »Highspeed Interaction – Transforming with Speed. Der Nuvolari zeigt, wozu wir fähig sind.«
Tick, Tack. 405 Tage. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt die immense Dynamik dieses perfekt kuratierten Uhrwerks. Jeder Tag ein Quantensprung, keine Zeit für Fehler, totale Konzentration, absolute Leidenschaft. Trotz des enormen Zeitdrucks wird immenser Wert auf Handwerk gelegt. Aufwendige Clay-Modelle entstehen, 1:1-Fräsen laufen, Computerrenderings werden generiert – alles geht Hand in Hand, als wären das analoge und das digitale Zeitalter miteinander verschmolzen. Digital und analog – best friends forever.
In kürzester Zeit entsteht eine avantgardistische, monolithische Fahrmaschine. Großzügige Flächen, die Grafik und selbst die Fugen formen das Gesamtbild der Gestaltung – modelliert wie eine Skulptur. Parallel entwickeln die Audi-Techniker im technischen Paralleluniversum die Finessen des Boliden. Rouven Mohr, Vorstand für Technische Entwicklung, arbeitet mit seinem Team an Quattro Reloaded – dem Quattro Predictive Ride. Das Chassis: Aluminium Space Frame trifft auf Carbonhaut. Der Motor leistet über 1.000 PS und klingt schlicht wunderbar. Der Technikträger driftet bereits durch den Schnee.
Im Interieur wird derweil Minimum Maximum zelebriert. Es geht weiter im Windkanal, Hitzetests folgen, weitere Erprobungen verlangen nach einem großen Spoiler. Massimo Frascella dazu: »Nur über meine Leiche.« Eine dem Understatement verpflichtete Lösung für die notwendige Downforce ist wenige Tage später gefunden. So geht es weiter – mit Lichtgeschwindigkeit eines kuratierten Pragmatismus. Nardò, die Hochgeschwindigkeitsstrecke, ruft. Gabriel Bortoleto steigt aus und sagt nur: »The car is sick.« Eigentlich will er gar nicht mehr aussteigen und reitet in den Sonnenuntergang.
Es wird weiter optimiert. Jedes Meeting steht unter Hochspannung, Emotionen kochen hoch, der »level of attention to detail« bleibt ungebrochen. Am Ende steht er da: Nuvolari in Titanium. Die Premiere wird zum Erfolg. Der Nuvolari kommt an. Man kann diesen Prozess kaum beschreiben. Es war spannend mitanzusehen, wie hoch der Spirit der deutschen Automobilindustrie schlägt – für viele unsichtbar, längst totgesagt, hinter den Kulissen jedoch lebendig wie eh und je. Mit dem Nuvolari hat Audi den Platz des Avantgardisten wieder eingenommen.
(c) Text Fotos: Stefan Bogner




















