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Zweisprachig: Deutsch/Englisch

978-3-667-13213-0

320 Seiten

23 x 28 cm

Zugvögel und Flugmeilensammler müssen jetzt ganz stark sein: Im Jet-Zeitalter mag man zwar innerhalb von Stunden bis ans entgegengesetzte Ende der Welt kommen, aber zum echten Abenteuer wird das banale Absitzen von Flugstunden selten. Außer einem Jetlag ist über den Wolken nichts zu holen, das wahre Fernreisen spielt sich 11.000 Meter weiter unten ab. Am Boden. Wo einem die Landschaften noch unter die Haut gehen, Kilometer für Kilometer. Honigzäh dahinfließende Ebenen, störrische Gebirge, topografische Umwege als goldene Ideallinie. Die Fortbewegung am Boden lässt deine Seele zu einem hungrig dahintrabenden Wolf werden, der feine Fernweh-Witterung aufgenommen hat und beharrlich vorangeht. Weiter, immer weiter. Irgendwann erreichst du das Ende der dir bekannten Welt, überschreitest die »Weiter-war-ich-noch-nie«-Linie und ab jetzt sickert für lange Zeit eine seltsame Schicksalsergebenheit in die bisher vorherrschende Entschlossenheit. Nun bist du wie auf hoher See unterwegs, navigierst entlang einer aus Unbekannten bestehenden Gleichung, hinein in die weißen Flecken deiner ganz persönlichen, inneren Landkarte. Sicher ist jetzt nur noch das Gestirn der Koordinaten, aber menschliche Gehirne funktionieren eben nicht wie ein Navigationssystem: Himmelsrichtungen, Längen- und Breitengrade sind für uns nur Mittel zur Orientierung, in Wahrheit bewegen wir uns aber entlang von Stimmungen, Erlebnissen und Instinkt. Reise-Erzählungen spiegeln das wider: Kaum jemand erklärt, wie viele Minuten lang er in welcher Himmelsrichtung unterwegs war und um welche Gradzahl er dann seinen Kurs abgeändert hat, um am Ende diesen oder jenen Punkt auf dem Globus zu erreichen – aber alle Reisenden berichten von der Schönheit des Landes, von den Begegnungen mit seinen Bewohnern, vom Essen und Trinken, von freudigen Überraschungen und zermürbenden Erschwernissen. Gerade deshalb lieben wir die Erzählungen von Fernreisenden so sehr: nicht wegen der schieren Weite, der rein akademischen Anzahl unfassbar vieler Kilometer, sondern wegen dem Mut, der in dieser Art des Reisens steckt. Weil es da ins Unbekannte und Unkalkulierbare hineingeht. Weil Menschen auf weiten Reisen irgendwann ihrer Heimat verloren gehen, die Nabelschnur des Zuhauses reißt und Umkehren länger dauert als der Weg nach vorn.

Für die ungeheuer weite Reise aus dem fernen Osten nach Europa haben wir mit dem Handelsreisenden Marco Polo (1254–1324) eine perfekte Blaupause, die jahrelangen Abenteuer des Venezianers auf der »Seidenstraße« sind heute noch in unserem Kopf. Dass man auf den über 20.000 Kilometern von einem Ende der europäisch-asiatischen Landmasse zum anderen Ende den ursprünglichen Zweck der Reise aus den Augen verlieren kann, Gefahr läuft nicht wiederzukommen und am Ende vielleicht sogar der Heimat unbekannt geworden zu sein, wissen wir seit Marco Polo. Der Gedanke ist faszinierend. Fährt man vielleicht gerade deshalb so weit? Weil Fernreisen mehr sind als einfach nur eine besonders hohe Entfernung zwischen A und B? Weil man unterwegs verändert wird und nie wieder die Person sein wird, als die man losgefahren ist? Wir wollten all das selbst erfahren. 15 Gefährten und Reisegenossen, unterwegs in einer Karawane von Porsche-Maschinen. Aus Bangkok, der Hauptstadt Thailands, nach Stuttgart, der Porsche-Hauptstadt ... Die Erlebnisse dieser Reise sollen auf den folgenden Seiten geteilt werden. Weil wir uns die Geschichte selbst noch einmal erzählen müssen, um sie zu glauben. Aber auch, weil wir denken, dass diese Reise ein Privileg ist, das durchs Erzählen geteilt werden kann. Ganz bestimmt aber, weil Reisen Geschichten sind. Mit diesem Buch geht unsere Reise weiter. Kommen Sie mit. Kilometer um Kilometer, soulful driving.