• Dieser 911 S Baujahr 1971 kam schon 1989 aus den USA zurück in schwäbische Gefilde, wo er bei der Firma Hloch in Schorndorf eine Komplettrestaurierung aus Meisterhand bekommen hat. 2002 wurden ihm dann bei der Firma Freisinger nikasilbeschichtete Kolben und Büchsen eingebaut, die Einlasskanäle wurden poliert, die Kolbenböden bekamen eine Ölkühlung und einiges andere mehr. Um dem Motor aber eine Extraportion Pfeffer zu verleihen, wurde ihm die Nockenwelle des Porsche 906 verliehen. Und das ist heute das ganz Besondere an diesem frühen 911er. Sein Motor ist ein Quell ewiger Freude. Ab 3.000 Umdrehungen beginnt es so richtig Spaß zu machen. Ab 4.500 Umdrehungen stürmt das Coupe voran wie von der Tarantel gestochen, sein Motor erhebt seine Stimme nun sehr deutlich. Und ab 5.500 U/min gibt es kein Halten mehr. Das Heck presst sich auf die Strasse, das ganze Auto scheint seine Muskeln anzuspannen, sich zu versammeln und gierig auf die nächste Kurve zu warten.

  • Aber der Boxer im Heck ist der wahre Dirigent dieser Symphonie aus 6 Zylindern und etwa 210 PS: Zornig brüllend wie ein Kampfstier in einem rot lackierten Fahrstuhl schiebt er diesen optisch so zurückhaltenden Porsche vorwärts wie einen Rennwagen. Dieser 911S steht einem sehr viel teureren 2,7RS in nichts nach, nur dass er seine Leistung eben nicht gleichmäßig abgibt, sondern erst im oberen Drehzahlbereich. Dann, wenn die Musik des sanft überarbeiteten Motors in den höchsten Tönen spielt, wie bei einem Rennwagen eben. Eine Drehmaschine für den absoluten Porsche Connaisseur. Aber auch das von der Firma Roitmayer überarbeitete Fahrwerk spielt eine furiose Melodie, leichtfüßig, reaktionsschnell und viel Vertrauen weckend. Die leichte Patina, der originale Innenraum mit den so begehrten Recaro Sportsitzen, und die seltene Kombination Silbermetallic mit getönten Scheiben ab Werk machen ihn zu einem seltenen und sehr begehrten Vertreter der 2,2 Liter Fraktion. Vor allem wenn man weiß, dass der 911 S – und das macht ihn besonders selten – Matching Numbers ist. Dieses Auto ist zu verkaufen unter WWW.CLASSICDRIVER.COM

  • (c) Fotos: Stefan Bogner / Text: Matthias Wetzel